Historie

Die erste Mülldeponie des Main-Taunus-Kreises entstand Ende der 1960er-Jahre in Weilbach. Dort wurde damals ein technisches Konzept realisiert, das seiner Zeit weit voraus war. Nachdem das Deponiegelände zu klein geworden war, fand sich schnell ein neuer Standort: Die Deponie Wicker, bis Anfang der 1970er-Jahre ein Kiesabbaugebiet. Bei der Bevölkerung von Wicker und Massenheim stießen die Pläne auf Ablehnung, was zur Gründung der Bürgerinitiative Massenheim führte, die bis heute existiert.

 

Im Jahr 1972 erhielt die Deponie Wicker die Betriebsgenehmigung. Ziel war damals, sämtliche Abfälle an einem zentralen Platz abzukippen, einzuplanieren und mit Erde abzudecken, sodass ein begrünter Hügel entsteht, der als Grillplatz oder für andere Aktivitäten genutzt werden kann. 

 

Ein Planfeststellungsbescheid, der die technischen Details des Mülleinbaus regelte, setzte dieser Vorgehensweise in den 1980er-Jahren ein Ende. Es entstanden Schlitzwände zur Abschottung der Deponie gegen Grundwasser sowie Fassungssysteme für Sicker-, Grund- und Oberflächenwasser. Zudem wurden die Müllanlieferungen überwacht sowie Nachweise und Gebührenbescheide erstellt. Während dieser Zeit belief sich das Abfallaufkommen auf jährlich rund 400.000 Tonnen. Damals reifte die Erkenntnis, dass Abfälle mehr sind als Müll, nämlich eine wertvolle Rohstoffquelle. Deponien galten fortan als zu kostbar, um dort lediglich Erdaushub und Bauschutt abzulagern.

 

Als Konsequenz begann 1985 das Zeitalter des Recyclings und es entstanden die erste Wiederverwertungsanlage für Bauschutt und eine Schlackeaufbereitungsanlage. Ergänzt wurden diese 1987 durch eine Anlage zur Grünschnittkompostierung, der 1994 eine Wertstoffsortieranlage folgte. 1999 schließlich eröffnete die RMD-Gruppe das Technikgebäude einschließlich Sickerwasserreinigungsanlage und Gasverwertung. Die Inbetriebnahme des Biomassekraftwerks Ende 2003 markierte den Einstieg in die erneuerbaren Energien. Und die Inbetriebnahme der Biogasanlage 2008 setzte diesen Weg konsequent fort. Heute gilt der Rhein-Main Deponiepark international als anerkannter Standort für innovative und umweltgerechte Abfall-, Energie- und Umwelttechnik.