Deponiegas

Die Deponie Flörsheim-Wicker hat bis 2005 rund elf Millionen Kubikmeter Haus- und Gewerbemüll aufgenommen. Durch natürliche mikrobiologische Abbau­prozesse des organischen Müllanteils entstehen während der Nachsorgezeit etwa 2,2 Milliarden Kubikmeter Deponiegas. Durch seinen hohen Methangehalt von mehr als 50 Prozent – Methan ist dreißigmal klimawirksamer als CO­­2 – ist es brennbar und damit für die Stromerzeugung geeignet. Das Deponiegas dient als Treibstoff für Gasmotoren, die einen Generator antreiben, und wird vollständig verbrannt. Teilweise wird dabei jenes CO­­2 freigesetzt, das der Atmosphäre beim Wachstum biologischer Abfallanteile zuvor entzogen worden war. Unter dem Strich weist die Verbrennung von Deponiegas daher eine weitestgehend positive Klimabilanz auf.

 

Das im Deponiekörper entstehende Gas wird an fest installierten Gasbrunnen mittels Unterdruck abgesaugt sowie entwässert und gereinigt. Nach der Vermischung mit Biogas, das im Biogaskraftwerk aus organischen Abfällen gewonnen wurde, erfolgt die Weiterleitung an die Motoren. Die bei der Stromerzeugung entstehende Motorenwärme wiederum dient dazu, den gesamten Deponiestandort sowie Teile der Stadt Hochheim mit Wärme zu versorgen. Auf diese Weise ist in Wicker ein umfassendes Verwertungssystem entstanden, das auch nach dem Ende der Mülleinlagerung über Jahrzehnte hinweg eine sichere und ressourcenschonende Nachsorge ermöglicht, die die Ziele der Energiewende unterstützt.